Tipps
Empfehlenswert
sind als Kartengrundlage die entsprechenden amtlichen topographischen Kartenwerke 1:25.000 und 1:50.000.  Die vorhandenen touristischen Wander- bzw. Radwanderkarten sind nicht sehr exaktUnser Berater Martin Gorissen
(martin.gorissen@web.de)
empfiehlt weiter:
Natürlich Bruchsee und Glockenstein und die Lönsgrotte bei Hoyershausen. Den Cölleturm im Külf. Die Steinbrüche von Salzhemmendorf (mit dem Dampfzug hinfahren und zurück wandern!) Von der Lippoldshöhle eine Wanderung zur Reuberghütte bei Warzen und zurück oder über die Hexentreppe und durch die Wolfsschlucht zu den Windrädern auf dem Odenberg.

Verfügbare Kartenwerke

 Touristische Karten

Hils-Wanderkarte 1:25.000
Herausgeber: Hilsverein e.V. Grünenplan
Noch verfügbar, aber veraltet und reicht im Norden nur bis Coppengrave. Wird demnächst neu aufgelegt. Wegekennzeichnung im Hils soll dabei komplett geändert werden.

Leinebergland-Wanderkarte 1:50.000
Herausgeber: Verkehrsverein Leinebergland.
Vorteil: Es ist ein Zusammenschnitt einzelner Topografischer Kartenwerke 1:50.000 mit touristischen Signaturen, diese jedoch (insbesondere Schutzhütten) oft nicht mehr aktuell.

Radtouren- und Freizeitkarte Leinebergland 1:50.000
Herausgeber: Landkreis Hildesheim mit dem ADFC Hildesheim.
Nur für reine Radwanderer geeignet, da zahlreiche spezielle Eintragungen. Diese jedoch oft lücken- oder fehlerhaft. Topografisch stark vereinfachte Darstellung.

Wanderfreuden im Weserbergland (1:25.000)
Herausgeber: Gemeinden Salzhemmendorf und Coppenbrügge.
Sehr aktuell und für das Gebiet Ith/Osterwald/Kahnstein zu empfehlen

Topografische Landeskartenwerke


TK 25 (1:25.000)
Nicht sehr aktuell, da seit einigen Jahren nicht mehr fortgeführt. Neuauflage 2000 mit verändetem Kartenbild angekündigt. Für das Duinger Gebiet werden vier verschiedene benötigt: 4023 Eschershausen, 4024 Alfeld, 3923 Salzhemmendorf, 3924 Gronau

TK 50 (1:50.000)
Derzeit das aktuellste Kartenwerk und im auch für längere Wanderungen günstigen Maßstab. Für das Duinger Gebiet werden zwei verschiedene benötigt: L3924 Hildesheim, L4124 Einbeck

Alle Karten sind erhältlich im guten örtlichen Buchhandel, die Landeskartenwerke auch bei den Katasterämtern oder über die LGN

 

 Braucht man heutzutage für den Sonntagsausflug Satelliten-Navigation?

Ja und nein. Die handlichen, um 300 Mark teuren Geräte gehören heute zur Standardausstattung ambitionierter Tourengeher und Mountainbiker. Ich selbst plane Touren im fremden Gelände am PC und brauche keine Karte mehr mitzunehmen (nur genügend Akkus...). So kann ich sehr bequem die genaue Wegstrecke im voraus ermitteln und weiß unterwegs jederzeit, wie weit es noch zur nächsten Hütte, zum nächsten Zwischenziel ist. Die weite Verbreitung dieser Technik ist ein Grund, warum wir auf dieser Seite für jede Tour die Gauß-Krüger-Koordinaten einiger markanter Wegpunkte mitteilen.

Ein anderer Grund ist, dass die Wegekennzeichnungen im Gelände oftmals missverständlich oder lückenhaft sind. Wir können niemandem raten, sich in unbekanntem Terrain ausschließlich auf diese Markierungen zu verlassen. Die Bemühungen, diese Kennzeichnungen und die zugehörigen Wege instand zu halten, sind lokal sehr unterschiedlich. Wer einen GPS-Empfänger hat, kommt hoffentlich mit unseren Angaben besser durch. Schreiben Sie mir dazu!

Der dritte Grund ist, dass markante Punkte auf diese Art und Weise auch auf der papiernen Karte eindeutig zu bezeichnen sind. Die topografischen Karten (leider nicht die Wanderkarten) enthalten das Gauß-Krüger-Gitternetz, das allerdings nur durch die Kreuzungspunkte der Gitterlinien dargestellt ist. Somit ist jeder Punkt durch Angabe seines Rechts- und Hochwertes auf die Karte zu übertragen. Also keine Sorge: Wer mit der traditionellen Kartenarbeit vertraut ist, kann auf die elektronischen Helfer verzichten.

 Empfehlungen zur Routenplanung am PC
Alle Kartenblätter der TK50 erhält man für knapp 100 Mark bei der
LGN auf CD-ROM. Sie können Ihren geplanten Weg einzeichnen und den gewünschten Ausschnitt drucken. Es ist eine GPS-Anbindung dabei, die aber mit Garmin-Geräten nur mit der Freeware Garmin-Commander richtig funktioniert. Stöbern Sie danach im Internet oder in maus.technik.gps

Wer in einem begrenzten Gebiet mit selbst gescannten Karten arbeiten möchte, dem empfehlen wir den OziExplorer.

 

Tourenvorschläge

 Über den Babenstein zur Lönsgrotte

Diese Tour ist kein beschaulicher Sonntagsnachmittagsspaziergang, sondern eine kleinere Herausforderung. Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind vor allem bei feuchtem Wetter Voraussetzung.

Von Duingen aus geht man den "Alten Teichsweg" bis zum Parkplatz Wulfseiche und folgt der ausgebauten Forststraße nach rechts bis zum Kamm. Dort wendet man sich wieder rechts bis zum Babenstein (s.u.).

Von Coppengrave aus wählt man die Straße "Landwehr" am Ortsausgang Richtung Duingen und steigt in deren Am Babenstein, dem höchsten Punkt des Duinger BergesVerlängerung den Duinger Berg hinauf bis zu einer Haarnadelkurve. Dort geht man geradeaus den rechten der beiden zugewachsenen Forstwege in der Direttissima hinauf zum Kamm, dort links bis zu einer Zwillingsbuche mit der Aufschrift "Babenstein" (3550499E 5763528N). Dies ist der mit 330m höchste Punkt des Duinger Berges. Ein paar Meter weiter beginnt rechts auf einem Trampelpfad der Abstieg Richtung Hoyershausen. Dies ist ein uralter Weg, der einst das Königreich Hannover mit dem Herzogtum Braunschweig verband. Nach etwa 500m befindet sich rechts der Glockenstein (Der Glockenstein bei Hoyershausen) (3550298E 5763926N), nach weiteren 100m folgt man dem Wegweiser "Lönsgrotte" nach links und erreicht nach wiederum 300m direkt untehalb der Klippen ein Steinrondell, das in den zwanziger und dreißiger Jahren ein beliebtes Ausflugsziel war (3550152E 5764032N). Damals war es angeblich noch durch eine hölzerne Laube ergänzt. In der Mitte befindet sich eine Stelle mit einer Gedenkplakette zu Ehren des hannoverschen Journalisten und "Heidedichters" Hermann Löns, die 1999 vom Heimat- und Verkehrsverein Duingen erneuert wurde. Es wird überliefert, dass Löns in Hoyershausen eine seiner zahlreichen Liebschaften hatte.

Der Rückweg erfolgt auf demselben Wege, wobei man noch einmal den Aufstieg durch den herrlichen Schatthangwald genießt, eine botanische Besonderheit der steilen Nordflanken der Schichtrippenlandschaft. Hier finden sich an Kälte und Feuchtigkeit angepasste Pflanzen wie zahlreiche Moose und Farne sowie Ahorn als charakteristische Hauptbaumart.

Für den Rückweg gibt es ab Babenstein Variationen:

Nach Duingen 100 m links, dann Abstieg Richtung Coppengrave, ab Forststraße rechts nach Duingen.

Nach Coppengrave etwa 1,2 km links, bis die Rotoren der Windkraftanlagen durch den Buchenwald zu sehen sind (3551393E 5762714N), dann über eine der Rückegassen rechts absteigen und über die Südflanke des Odenberges zurück. Auf dem Kamm sieht man in diesem Bereich noch die alten Grenzsteine mit der Aufschrift HB (Herzogtum Braunschweig) und KH (Königreich Hannover).

 

   Zum Jungfernstein im Ith

Von Duingen kommend in Salzhemmendorf hinter dem netto-Markt links in den Quellweg abbiegen und am Wanderparkplatz halten. Dann 1,1 km zum Wald laufen. Am Brunnen neben den Teichen (3539419 5768764N) von den drei möglichen Wegen den mittleren wählen, der etwas versteckt mit dem roten Milan und dem Wegweiser "Ithkamm/Bremker Pass" gekennzeichnet ist. Glauben Sie dem Wegweiser nicht, denn auf diesem Weg kommen Sie nie zum Ithkamm, sondern verstricken sich zuvor im Dickicht. Etwa 300m weiter (3539386E 5768507N) müssen Sie auf den etwas versteckten unbefestigten Forstweg abbiegen, der nur auf der Salzhemmendorfer Wanderkarte eingezeichnet ist, nicht auf den amtlichen Karten! Er ist teilweise steil, schmal und nach Regenfällen auch rutschig. Nach 500 schweisstreibenden Metern rechts der Jungfernstein (3539099E 5768329N). Der Sage nach schickte ein Schuhmacher aus Harde Der Jungfernstein im Ith (rechts): Erinnerung an einen gemeinen Raubmord? rode seine Tochter nach Salzhemmendorf Schuhnägel kaufen. Auf dem Rückweg machte das Mädchen an dieser Stelle eine Rast. Ein Bösewicht interpretierte das Klimpern der Nägel im Beutel als reiche Geldbeute und verübte einen Raubmord an dem Kind. Zur Erinnerung an diese entsetzliche Tat soll der Stein aufgestellt worden sein, neben dem eine nicht besonders gepflegte Bank eine Rast ermöglicht.

Der Stein wird um 1200 datiert. Er hatte wohl ursprünglich die Form eines Kreuzes. Der daneben liegende Hohlweg zum Bremker Pass scheint eine uralte Ithquerung zu sein.

Der Rückweg erfolgt auf demselben Wege, sofern man nicht eine längere Wanderung plant.

Eine andere Sage erzählt von einer Passquerung im Ith, an der Soldaten im dreissigjährigen Krieg von erbeutetem Wein kampfunfähig wurden und daraufhin Partisanen zum Opfer fielen. Diese Stelle soll seither "Weinschänke" heißen. Wenn Sie wissen, wo das ist oder andere Anregungen haben, schreiben Sie mir!

 

   Mit dem historischen Reichsbahnzug nach Salzhemmendorf und zurück

Auch dies eine sportliche Wanderung, die wir auch auf der südlichen Route nicht mit Kinderwagen empfehlen.

An einigen Wochenenden im Juli und August fährt der historische Dampfzug der Dampfbetriebsgemeinschaft Hildesheim auf der Strecke Duingen-Voldagsen und zurück. Es bietet sich an, eine Strecke zu fahren und über den Kanstein zurück zu laufen.

Der Zug fährt 9:30 Uhr ab Duingen und erreicht Salzhemmendorf um 10:50 Uhr. Wenn man aus dem Bahnhof kommt, hält man sich links und steuert über den Parkplatz des REWE-Marktes grob dem hoch über dem Ort aufragenden Bockshorn zu. Mit etwas Glück findet man eine Wegemarkierung des Kansteinweges, der man folgt. Er führt südlich unterhalb der Steinbrüche (Limbergweg) entlang, dann ansteigend zum Lönsturm (auf halber Steigung Rastmöglichkeit an einer Schutzhütte).

Wer trittsicher ist und die sportliche Herausforderung sucht, wählt den Weg auf der Nordseite des Kahnsteins.  Ausblick von den Klippen Richtung HemmendorfEinstiegspunkt ist am Parkplatz des Kindergartens (3540786E 5770251N). Nach einer Viertelstunde hat man bereits einen schönen Ausblick ins Saale- und Leinetal (3541468E 5770236N) und erreicht kurz danach die Steinbruchsohle. Dort ein Wegweiser Richtung Lönsturm (3541476E 5770065N), der auf einen schmalen, knapp am Hang liegenden Weg führt. Bei der Kreuzung (3541982E 5769643N) links, nach 50 Metern folgt wieder ein Wegweiser als Bestätigung, dass man noch Richtung Lönsturm läuft. Langsam ansteigen! Beschwerlich auf Stufen durch die Klippen, dabei immer eher links halten und die Direttissima suchen, die teils durch verwitterte gelb-rote oder weiß.rote Markierungen gekennzeichnet ist. Nach einiger Zeit ein Schild: "Lönsturm über den Klippen oder unter den Klippen". Wählen Sie den Weg über die Klippen, er ist leichter und beschert Ihnen außerdem wiederum eine schöne Aussicht. Nach ca. 500 weiteren Metern der Lönsturm.

Von dort nach einer Rast weiter der Markierung Kansteinweg folgen: auf dem Kammweg bis zum Funkturm, rechts die Straße hinab, nächste Möglichkeit links Richtung Ahrenfeld, dann rechts nach Marienhagen (3544145E 5768756N). Wiederum schöne Aussicht nach Eime, Nordstemmen, Hannover. Nach 2,5 km (3545990E 5767620N) biegt der Kansteinweg links ab zum Marienhagener Pass. Wer eine Rast braucht, geht statt dessen rechts herum bis zu einer Schutzhütte (3545619E 5767474N) und dann links, ebenfalls zum Marienhagener Pass. Auf der Landesstraße 250 m rechts, dann links Richtung Kalkwerk, aber daran vorbei geradeaus in den Wald. Nach etwa 1 km wählt man einen der rechts hinab führenden Wege (z.B. bei 3548352E 5765563N) und hat noch etwa 2 km bis zum Bahnhof Duingen vor sich, den man gegen 16 Uhr erreicht.

Für die Genießer unter den Wanderern empfehlen wir folgende Variante:
Mit dem Auto nach Salzhemmendorf, dort gegen halb zwölf den Zug nach Duingen besteigen, die Tour umgekehrt gehen und anschließend in der Ith-Sole-Therme entspannen. Im Thermenrestaurant die verlorenen Kalorien wieder auffüllen und mit dem Auto zurück fahren. Dieser Vorschlag ist zwar kein Anwärter auf den Preis für sanften Tourismus, hat dafür aber enormen Erholungswert.

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Martin Gorissen 2000;
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